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Pressemitteilung vom 17. August 2017

Bau eines Gerontopsychiatrischen Zentrums an der Lessingstraße

Baustelle inkl. Schild auf der Lessingstraße
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Angebot von Ambulanz und Tagesklinik wird 2019 verlagert

Langenfeld. Die LVR-Klinik Langenfeld baut ab Herbst an der Lessingstraße. Derzeit wird die Baustelle eingerichtet. Es entsteht ein Gerontopsychiatrisches Zentrum, unter dessen Dach eine Ambulanz und eine Tagesklinik ab Jahresbeginn 2019 ihre Arbeit aufnehmen werden. Der Neubau wurde erforderlich, da das aktuelle Gerontopsychiatrische Zentrum an der Kreuzstraße nicht barrierefrei ist, über keinen Aufzug und zu wenig Bewegungsflächen verfügt. Dies wird in dem Neubau anders. Er wird barrierefrei gestaltet. Der neue Standort bietet viele Vorteile. Er verfügt über eine gute infrastrukturelle Anbindung. Der öffentliche Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Sportmöglichkeiten befinden sich in der Nähe. Behandelt werden ältere Menschen mit seelischen Störungen wie Depressionen, akuten Lebenskrisen, Demenzerkrankungen oder chronischen Psychosen. Ihre Behandlung erfordert ein multiprofessionelles und methodenübergreifendes Handeln. Das Gerontopsychiatrische Zentrum trägt den Besonderheiten der Diagnostik und Behandlung älterer Menschen Rechnung. Im Rahmen einer tagesklinischen Behandlung bleiben die Patientinnen und Patienten unter der Woche ganztägig in der Einrichtung, verbringen jedoch die Nächte und das Wochenende zu Hause. Die Kosten des Neubaus, der in Passivhausbauweise errichtet wird, betragen ca. 4,5 Millionen Euro, als Bauzeit sind 1, 5 Jahre vorgesehen. Finanziert wird das Projekt unter anderem aus dem 492-Millionen-Programm des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), das für die bauliche Weiterentwicklung der Einrichtungen des LVR aufgelegt wurde.

Im Gespräch mit dem Chefarzt der Abteilung Gerontopsychiatrie Hartmut Belitz:

Hartmut Belitz

Herr Belitz, welche Verbesserungen für die Behandlung versprechen Sie sich von dem Umzug in den Neubau an der Lessingstraße?

„Es verbessert sich vor allem das Raumangebot. Die bisherigen Räumlichkeiten in der Kreuzstraße liegen zwar auch zentral und gut erreichbar, was für tagesklinische und ambulante Behandlungsangebote zwingend ist. Aber das Gebäude ist in die Jahre gekommen; es wirkt alles eng. Insbesondere ist es für Gehbeeinträchtigte schwierig bis unmöglich, die nur über Treppen zu erreichende Ambulanz aufzusuchen. In dem neuen Gebäude sind die Flure weit; auch die obere Etage ist mit Fahrstuhl gut erreichbar. Zudem ist das Raumangebot für die Ambulanz größer, so dass sich nicht nur die Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten (einschließlich der noch recht neuen Gedächtnisambulanz) verbessern, sondern auch die Arbeitssituation für das im Lauf der Jahre vermehrte Personal. Die zukünftigen Räumlichkeiten der Tagesklinik bieten ebenfalls deutlich günstigere Therapiemöglichkeiten.“

Gibt es in der letzten Zeit eine Zunahme bestimmter Krankheitsbilder bei älteren Menschen?

„Was sich vor allem verändert hat, ist der Anteil der älteren Bevölkerung vor dem Hintergrund des sogenannten demographischen Wandels. Dies bedeutet, dass es immer mehr betagte Menschen gibt, die zudem auch eine höhere Lebenserwartung haben. Damit steigt dann auch die Anzahl psychisch kranker Älterer, die entsprechende ambulante wie aber auch (tages-) klinische Diagnostik- und Behandlungsangebote benötigen. Neben den verschiedenen Demenzerkrankungen, im Vordergrund die Alzheimerdemenz, sind dies insbesondere Depressionen, aber auch andere psychische Zuspitzungen im Zusammenhang der vielfältigen Veränderungen und oft auch Einschränkungen, die das Älterwerden mit sich bringt. Vermehrt sehen wir auch Ältere mit Abhängigkeitserkrankungen, sei es durch Alkohol oder aber insbesondere durch Beruhigungsmedikamente.“

Was raten Sie Angehörigen, die bei ihrem Familienmitglied psychische Veränderungen oder Auffälligkeiten feststellen?

„Da viele Ältere wie auch ihre Familienangehörigen eine Scheu haben, sich direkt in psychiatrische Behandlung zu begeben, rate ich zunächst zum Weg zum Hausarzt, den nahezu jeder hat. Dieser wird die ersten nötigen Schritte veranlassen und sicher dann auch weiterverweisen an einen niedergelassenen Nervenarzt, die gerontopsychiatrische Fachambulanz oder die Tagesklinik.“