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LVR-Klinik Langenfeld erinnerte an Opfer der NS-Zeit

Zahlreiche Teilnehmende bei Programmpunkten anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Sechs Personen am Gedenkstein
Kranzniederlegung am Gedenkstein: Musiktherapeut*innen Lea Sauter und Julian Storms; Stefan Thewes, Kaufmännischer Direktor und Vorstandsvorsitzender; Prof. Dr. Birgit Janssen, Ärztliche Direktorin; Silke Ludowisy-Dehl, Pflegedirektorin; Sebastian Cames, stellvertretender Personalratsvorsitzender (v.l.n.r.)
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Langenfeld, 28. Januar 2026 – Das Interesse anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am gestrigen 27. Januar in der LVR-Klinik Langenfeld war groß. In verschiedenen Programmpunkten wurde viel Raum für die gemeinsame Erinnerung an die Opfer geschaffen. Dabei standen insbesondere die persönlichen Geschichten der Opfer im Vordergrund, um den Ermordeten Ihre Individualität zurückzugeben.

Vortrag rückte Opferbiographien in den Mittelpunkt
In Kooperation mit dem Langenfelder Bündnis „Wir für Demokratie“ und dem KULTURGUT e.V. lud die LVR-Klinik Langenfeld um 18.00 Uhr in den historischen Festsaal der Klinik zu einem besonderen Vortrag ein. Unter dem Titel „Nicht länger namenlos! Die rheinischen Todesopfer der NS-Medizinverbrechen und das Gedenken an sie“ teilte Referent Dr. Keywan Klaus Münster, Leitung Abteilung Geschichte und jüdisches Leben im LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn, mit den Zuhörenden Einblicke in Opferbiographien des Rheinlandes. Zu den Opfern zählte auch die Langenfelderin Wilhelmine Bachhausen. Ihr Beispiel zeigte, wie grausam das damalige System arbeitete. Sie lebte zunächst inmitten der Stadt, bis sie in Einrichtungen außerhalb kam – weg von den Blicken der Gesellschaft, um dort getötet zu werden. Dr. Münster verdeutlichte die Wichtigkeit des Erinnerns an die Opfer. Dazu stellte er das digitale Projekt „Gedenkbuch für die Todesopfer der NS-Medizinverbrechen aus der ehemaligen Rheinprovinz“ vor. Darin werden Opfer benannt und aus Zahlen wieder Schicksale gemacht.

Angeregte Diskussionsrunde
Bei der anschließenden Diskussionsrunde hat Stefan Thewes, Kaufmännischer Direktor und Vorstandsvorsitzender der LVR-Klinik Langenfeld, das Thema mit Dr. Münster, Franziska Härtel und Oliver Beldzik aus weiteren Perspektiven beleuchtet. Härtel, Studentin aus Langenfeld, hat sich im Rahmen einer Facharbeit mit der Opferbiographie des Langenfelders Johann Konrad Gockel beschäftigt. Sie berichtete unter anderem über ihre Eindrücke im Erstellungsprozess, thematisierte aber auch die Kommunikation über das Thema im Bekanntenkreis. Beldzik, Leiter der Pflegeschule der LVR-Klinik Langenfeld, sprach darüber, wie das Thema an seine Auszubildenden vermittelt wird und die gemeinsame Aufarbeitung funktionieren kann.

Im Rahmen der Abendveranstaltung wurden ebenfalls acht Langenfelder*innen von Gerold Wenzens, Bürgermeister der Stadt Langenfeld, geehrt. Die Geehrten kümmern sich als „Stolperstein-Pat*innen“ ehrenamtlich um die Pflege der in Langenfeld verlegten Stolpersteine. Dadurch tragen sie einen wichtigen Teil zur Erinnerungskultur vor Ort bei.

Kerzen für die Opfer am Gedenkstein
Bereits um 13.00 Uhr fand die Kranzniederlegung der LVR-Klinik Langenfeld durch den Vorstand am Gedenkstein an der Lindenallee im Klinikgelände statt. Mitarbeitende und weitere Langenfelder Bürger*innen erinnerten gemeinsam an die Opfer der NS-Euthanasieverbrechen. Sebastian Cames, stellvertretender Personalratsvorsitzender, hat 24 Namen von in Hadamar ermordeten Patient*innen – stellvertretend für alle Opfer der grausamen Verbrechen der NS-Zeit – verlesen. Auszubildende der Pflegeschule stellten dabei für die verlesenen Namen 24 Kerzen auf kleine, von der Arbeitstherapie Holz gefertigte Holzbrückchen am Gedenkstein ab. Die Musiktherapeut*innen Lea Sauter und Julian Storms rundeten die Zeremonie musikalisch ab.

Die Rolle der Klinik zur NS-Zeit
Die Klinik Galkhausen war im Jahr 1941, während der Zeit der „Euthanasie“-Morde des Dritten Reichs, eine sogenannte Zwischenanstalt. Hier wurden Patient*innen aus dem Rheinland gesammelt, um sie unter anderem in die frühere Tötungsanstalt Hadamar zu transportieren und dort zu ermorden. Die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten, ist der LVR-Klinik Langenfeld daher ein großes Anliegen.

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