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Pressemitteilung vom 9. November 2017

Psychiatrie vor Ort – Landschaftsverband Rheinland (LVR) baut Klinik auf dem Gelände des Klinikums Leverkusen

Chefarzt der Abteilung Allgemeine Psychiatrie 1
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Dr. Dr. Thomas F. Dielentheis Chefarzt der Abteilung Allgemeine Psychiatrie 1

Interview mit Herrn Dr. Dr. Thomas. F. Dielentheis, Chefarzt der Abteilung Allgemeine Psychiatrie 1, zuständig für den Sektor Leverkusen, Burscheid und Leichlingen

Herr Dr. Dr. Dielentheis, die LVR-Klinik Langenfeld, Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, plant die Erweiterung ihres Angebotes in Leverkusen. Was genau haben Sie vor?

Auf dem Gelände des Klinikums Leverkusen enstehen eine stationäre Einheit mit 30 Betten, eine Tagesklinik mit 30 Plätzen und eine Ambulanz. Es werden psychiatrische Behandlungsangebote im Bereich der allgemeinen Psychiatrie, der Gerontopsychiatrie (Alterspsychiatrie) und im Bereich der Abhängigkeitserkrankungen vor Ort sein. Dafür werden drei Etagen, die der LVR vom Klinikum erworben hat, umgebaut. Die Fertigstellung ist für Mitte 2019 geplant.

Was ist der Unterschied zwischen einer stationären, tagesklinischen und ambulanten Behandlung?

Neben der üblichen stationären Behandlung wird es ein tagesklinisches und ambulantes Angebot geben. Die tagesklinische Behandlung erfolgt teilstationär, montags bis freitags tagsüber, das heißt, die Patientinnen und Patienten sind abends und am Wochenende zu Hause. Die ambulante Behandlung erfolgt durch einzelne Termine bei einer Ärztin oder einem Arzt. Es ist geplant, zu prüfen, ob auch ein sogenanntes Home Treatment, also die Behandlung im eigenen Zuhause, angeboten werden kann. Der Landschaftsverband Rheinland als kommunaler Träger bietet somit eine Komplettversorgung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie an.

Welche Verbesserungen in der Versorgung gehen damit einher?

Die Erweiterung des Behandlungsangebotes in Leverkusen vor Ort im Sinne einer gemeinde- und wohnortnahen Psychiatrie kann zu einer Vermeidung oder Verkürzung von stationären Aufenthalten Leverkusener Bürgerinnen oder Bürger führen. Es besteht außerdem bereits seit langer Zeit eine gute Zusammenarbeit mit den Leverkusener Haus- und Fachärztinnen und –ärzten sowie mit den komplementären Einrichtungen vor Ort, die durch den neuen Standort sicher noch einmal intensiviert werden kann. Auf Initiative der LVR-Klinik Langenfeld wurde zum Beispiel im Herbst 2016 das Leverkusener Bündnis gegen Depression gegründet, gemeinsam mit dem Sozialpsychiatrischen Zentrum, dem Sozialdienst katholischer Frauen und der Suchthilfe Leverkusen. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeister Uwe Richrath. Vernetzung und Austausch erfahren dadurch noch einmal eine Verstärkung.

Welche Erkrankungen werden zukünftig vor Ort in Leverkusen behandelt werden können?

Im Prinzip die ganze Bandbreite psychischer Erkrankungen, affektive Störungen wie Depressionen, Angsterkrankungen, Demenzen, Abhängigkeiten. Es werden vor Ort allerdings keine Patientinnen und Patienten behandelt, die eine geschlossene Unterbringung benötigen, zum Beispiel gerichtlich eingewiesene Menschen. Diese werden weiterhin auf den verbleibenden Stationen in Langenfeld aufgenommen.

Sind Kooperationen mit dem Klinikum Leverkusen geplant?

Ja, in jedem Fall. Bereits jetzt sind wir mit dem Klinikum fachlich und infrastrukturell gut vernetzt. Geplant sind die Inanspruchnahme gegenseitiger Leistungen, seien es infrastrukturelle wie Verpflegung, Technik, Labor usw. für unsere Einrichtung oder auch ärztliche Leistungen wie somatische Konsile des Klinikums für uns oder psychiatrische Konsile unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Klinikum. Zudem planen wir ein psychosomatisches Angebot auf dem Gelände des Klinikums Leverkusen.

Welche therapeutischen Angebote wird es geben?

Neben Gruppentherapien - zum Beispiel Depressions-, Angst-, Soziale Kompetenz-Gruppen - und Einzelgesprächen wird es Angebote der Kunst-, Musik- und Sporttherapie geben. Außerdem werden wir moderne apparative Verfahren im Rahmen der Therapie anbieten.