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Geschichte der LVR-Klinik Langenfeld

Foto: Verwaltungsgebäude im Bau
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Die LVR-Klinik Langenfeld ist eine der neun LVR-Kliniken in der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Rheinland, die nach wie vor den größten Teil der psychiatrischen Versorgung im Rheinland sicherstellen. Um das heutige Bild dieser Klinik – früher Heil- und Pflegeanstalt Galkhausen genannt – zu verstehen, ist ein Blick in die frühere Geschichte der rheinischen Psychiatrie sinnvoll.
Das Buch "100 Jahre Rheinische Kliniken Langenfeld" zeigt die Wandlungen und Veränderungen der ursprünglich als Provinzial- Heil- und Pflegeanstalt Galkhausen gegründeten Einrichtung über die Jahrzehnte ihres Bestehens mit Dokumenten. In der vorliegenden Dokumentation werden gleichzeitig Daten, Fakten und Anekdoten zur Entwicklung der Klinik zusammengestellt. Dabei wird auf kommentierende Wertungen der veröffentlichten Dokumente verzichtet.

Foto: schwarz-weiß Aufnahme des Verwaltungsgebäudes
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Bei der Auswahl und Zusammenstellung kam der Pflegedienstleiterin in der Abteilung Abhängigkeitserkrankungen Heike Lützenkirchen zugute, dass sie seit 1975 in der LVR-Klinik Langenfeld tätig ist. Seit 1994 trug sie in ihrer Freizeit die Dokumente eines ganzen Jahrhunderts Klinikgeschichte zusammen und wertete sie aus. 1906 beschrieb der Arzt Dr. Hoppe seine Eindrücke bei einem Besuch der Klinik so: "... Erfahrungsgemäß fügen sich die Kranken, soweit sie überhaupt einiges Verständnis haben, in den allermeisten Fällen ohne Widerstand, wenn man ihnen nur ruhig und bestimmt erklärt, dass sie krank seien und zu ihrer Heilung in eine Anstalt gebracht werden müssen. Und in den seltenen Fällen, wo sich zunächst ein Widerstand bemerklich macht, genügt das Erscheinen von ein oder zwei kräftigen Begleitern, um den Widerstand im Keime zu ersticken. Erregte Kranke werden noch häufig in eine Zwangsjacke oder, besonders aus Dörfern, mit Stricken gebunden in die Anstalt gebracht. Hier werden die Fesseln natürlich gelöst, sehr zum Erstaunen der Begleiter, welche sich gar nicht erklären können, dass der Kranke seine frei gewordenen Glieder nicht gleich gebraucht, um alles kurz und klein zu schlagen." Landeshauptmann Dr. Klein im Jahre 1901 bei der Eröffnungsfeier der Klinik: ..."Möge der Geist wahrer und aufrichtiger Menschenliebe, welcher die Reform des rheinischen Irrenwesens ins Leben gerufen hat, dauernd in unseren Anstalten walten, möge dieser Geist stets sämtlichen Beamten und Angestellten unserer Anstalten vom Direktor bis zu dem jüngsten Pfleger herab, viel Elend und Kummer lindern und der Provinz sowie allen, welche bei deren Verwaltung mitzuwirken berufen sind, zur Ehre gereichen. Das füge Gott!"

Die Klinik und ihre Geschichte im Nationalsozialismus

Foto: Gedenkstein mit zwei Kränzen und Kerzen davor.
An diesem Gedenkstein wird jedes Jahr an die Opfer der NS-Euthansie erinnert.

Das zentrale Klinikgelände hat eine düstere Vergangenheit. In den 1940er Jahren nutzten die Nationalsozialisten die damalige Provinzial-, Heil- und Pflegeanstalt Galkhausen als eine sogenannte Zwischenanstalt.

Hier wurden Patientinnen und Patienten aus dem Rheinland gesammelt, um sie im Rahmen der NS-Euthanasie Hitlers unter anderem in die frühere Tötungsanstalt Hadamar zu transportieren und dort zu ermorden.Jedes Jahr wird daher der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar genutzt, um regelmäßig an die im Rahmen der T 4 Aktion des dritten Reichs ermordeten Patient*innen zu erinnern. Auch befindet sich auf dem Klinikgelände ein großer Gedenkstein, der an die Opfer dieser Taten regelmäßig erinnern soll.

Die Erinnerung an sie zu wahren, soll auch bewirken, dass sich folgender Gedanke im Kopf von uns allen verankert: Nie wieder!